Haarausfall durch trockene Kopfhaut

Frau begutachtet ihre Haarspitzen

Ist die Kopfhaut trocken, juckt oder spannt ist das schon störend genug. Wenn zusätzlich ein Haarausfall entsteht, ist der Schock meist groß.

Doch ab wann ist Haarausfall bedenklich? Und kann trockene Kopfhaut langfristig zu Haarausfall führen?

Wann ist Haarausfall bedenklich?

Jeder Mensch verliert Haare. Ein einzelnes Haar begleitet uns nicht für immer, sondern hat eine Lebensdauer von 4 – 6 Jahren. Danach fällt es aus und die Haarwurzel bildet bereits ein neues Haar. Bei ca. 100.000 – 150.000 Haaren auf dem Kopf findet dieser Prozess natürlich asynchron und dauerhaft statt, sodass der „Haar-Wechsel“ meist nicht weiter auffällt.

Von Haarausfall (Effluvium capillorum) spricht man erst, wenn über einen längeren Zeitraum mehr als 100 Haare pro Tag ausfallen. Erst dann ist der Haarausfall medizinisch bedenklich. Doch vor dem schnellen Einsatz von Streuhaar oder sogar Medikamenten ist immer eine Ursachenforschung nötig.

Kann durch trockene Kopfhaut Haarausfall entstehen oder verschlimmert werden?

Meistens ist Haarausfall keine Folge trockener Kopfhaut, sondern gleichermaßen ein Symptom für ein anderes Problem. Die meisten Haarverlustprobleme sind tatsächlich genetisch bedingt.

Neurodermitis und Schuppenflechte sind oft der Anlass, warum trockene Haut und Haarausfall zusammen auftreten. Eine häufige systemische Erkrankung ist die Hypothyreose oder Schilddrüsenunterfunktion.

Bei dieser Erkrankung dünnen sich die Haare meist am gesamten Kopfbereich aus, solange die Unterfunktion unentdeckt und unbehandelt bleibt. Das kann in der Tat eine relativ lange Zeitspanne sein. Es kommt bei einer Hypothyreose zu Begleitsymptomen wie schneller Erschöpfbarkeit, einer erkennbar tieferen Stimme und einem verlangsamten Herzschlag.

„[…] Haarausfall wird nur in Ausnahmefällen durch Erkrankungen der Kopfhaut bedingt, so z.B. beim atopischen Kopfhautekzem oder der Psoriasis capitis (Schuppenflechte). […]“ – Dr. med. Anja Miesel (neurodermitis-hautwissen.de)“

Außerdem kann Haarausfall in Kombination mit einer trockenen Kopfhaut auch durch einen akuten oder chronischen Eisenmangel entstehen. Davon sind Frauen meist eher betroffen als Männer.

Der Grund liegt in monatlichen Blutverlusten und damit auch möglichen Eisendefiziten. Der Eisenmangel kann auch bei Veganern oder schwangeren Frauen aufteten. Daher wird angeraten, bei der Kombination von Haarausfall und auffallend trockener Kopfhaut zunächst einen Hautarzt aufzusuchnen. Dieser sollte die wichtigen Laborwerte für Schilddrüse und Eisen erheben. Neurodermitis und Schuppenflechte sind so augenfällig, dass sie weit eher festgestellt und behandelt werden.

Weniger offensichtlich ist, dass trockene Kopfhaut durch zu häufiges Haarewaschen und das falsche Pflegeshampoo begünstigt werden kann:

„[… ] Eine andere Ursache kann die Haarwäsche mit stark austrocknenden Shampoos sein, v.a. wenn der Betreffende selbst zu trockener Kopfhaut im Rahmen einer atopischen Veranlagung neigt. […] – Dr. med. Anja Miesel (neurodermitis-hautwissen.de)“

Bei einer Chemotherapie kann die Kopfhaut ebenfalls austrocknen. Der Haarausfall ist aber in der Regel den starken Chemotherapeutika zuzuschreiben. Die eingesetzten Medikamente greifen Zellen an, die sich sehr schnell teilen. Dazu gehören unter anderem auch die Zellen der Haarfollikel. Folglich fallen die Haare wenige Wochen nach der Behandlung aus.

Warum trockene Kopfhaut zu Haarausfall führen kann

Trockene Kopfhaut kann die Feuchtigkeit in der Haut nicht mehr halten. Treten in Verbindung mit einem chronischen Flüssigkeitsmangel – hier ist explizit die Zufuhr von Trinkwasser gemeint! – auch noch Nährstoffverluste auf, schaltet der Organismus auf Sparprogramm.

Er versorgt alle wichtigen Körperregionen und Prozesse mit Vitalstoffen, lässt aber die unwichtigeren unversorgt oder versorgt sie nur mangelhaft. Nicht ausreichend ernährte Haarwurzeln verkümmern dann. Mit einer veränderten Ernährungsweise, deutlich mehr Trinkwasser, einem milderen Shampoo und einer feuchtigkeitsspendenden Hautpflege für die Kopfhaut wäre der Prozess zu revidieren.

Symptome deuten, Ursachen herausfinden

Leidest du also unter trockener Kopfhaut mit Haarausfall, ist höchstwahrscheinlich nicht die Kopfhaut die Ursache. Beides sind allerdings Symptome, die auf eine Erkrankung hindeuten können. Es besteht allerdings auch die Möglichkeit, dass beide Symptome rein genetisch bedingt sind. Für eine genauere Klärung solltest du einen Hautarzt hinzuziehen.

Die trockene Kopfhaut solltest du jedoch in jedem Fall richtig behandeln. Lies dir dazu die wichtigsten Regeln im Umgang mit deiner Kopfhaut durch.

Quellen:

  • https://www.dr-gumpert.de/html/trockene_kopfhaut.html
  • https://www.haarausfallhilfe.com/trockene-kopfhaut-haarausfall/
  • https://www.haarausfall-bei-frauen.com/haarausfall-arten/trockene-kopfhaut.php
  • https://www.onmeda.de/krankheiten/haarausfall.html
  • http://www.stern-apotheke-augsburg.de/haarausfall/alles_ueber_haare.html

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